11. Immer wieder was Neues...



Im Baumarkt steht gleich vorne eine ganze Ladung Rollen eines Plastik-Materials,

1 m breit, welches sehr angenehm wie Papier aussieht. Wo das wohl seinen Platz finden wird? Und woraus es wohl besteht? Ginge es vielleicht auch ohne…? Warum erwähne ich das? Und warum kommen WC und Toilettenpapier hier im Moment gehäuft vor? Darf ich erklären.

Essen und der Toilettengang sind mehrmals tägliche Begleiter des Menschen. Nahrung kommt aus dem Boden. Alles was er absetzt kommt wieder in den Boden. Es ist ein nachhaltiger Haushalt, wären da nicht die Stoffe, welche nicht zu Boden werden können. Und das sind große Teile der Bau- und Verpackungsindustrie, Kleidungs- und Möbel-Stoffe, Medizin und vieles was uns sonst im Alltag begleitet.

Chemie wird aber nicht nur am Bau und in der Verpackung, in Kleidung und Möbeln, Gegenständen des Alltags und in Autos verwendet. Sondern auch im großen Umfang in der Landwirtschaft. Stichwort Monsanto (inzwischen Bayer-Leverkusen). Auf diese Weise gelangt Chemie in die Nahrung. Was davon nicht im Menschen verbleibt wird ausgeschieden und ungehindert zum Störfaktor für alle Böden. In allen Weinen, auch den allerbesten, wird inzwischen zum Beispiel der krebserregende Schadstoff Glyphosate nachgewiesen.

Synthetische Materialien sind haltbar. Sie zersetzen sich nicht. Deshalb könnte alles, was aus synthetischen Stoffen hergestellt ist, rein theoretisch immer weiter gebraucht werden. Eigentlich gut und wünschenswert, wäre da nicht zu den schon genannten Umweltschäden der ständige Wunsch des Menschen nach Neuem?


Das hirnrissige Resultat. Synthetischen Materialien, welche brauchbar und häufig haltbarer sind als die “alten” natürlichen Materialien, werden trotz dieser positiven Eigenschaften nicht länger, sondern eher kürzer verwendet. Sie sind haltbar und preisgünstig, und damit zur Wegwerfware per se avanciert. Doppelt getroffen, also! Synthetische Materialien sind nicht nur haltbar. Im Kreislauf der Natur bleiben sie ewig erhalten (1). Immer mehr wird davon produziert, verwendet und entsorgt (2). Das Resultat kann sich jedes Kind an zwei Fingern abzählen.

Ja, der Mensch will immerzu Neues. Das überrascht nicht! Denn ist das immer Neue nicht in der Schöpfung auf wunderbare Weise verwirklicht? Am Himmel sind ständig neue Wolkengebilde. Im Laufe des Tages ändert sich immer wieder das Licht. Regen und Sonnenschein wechseln sich ab. Blitz und Donner liefern Drama. Nachts sind am Himmel immer wieder andere Konstellationen zu erkennen. Immer neue Menschen und Tiere verändern sich von Minute zu Minute, wachsen, reifen, altern und sterben. Aus sich immer weiter selbst generierenden Samen werden Pflanzen, die vor unseren Augen gedeihen. Früchte reifen, neue Samen entstehen, fallen auf den Boden und der Kreislauf beginnt erneut. Dazu Insekten, die Bewohner der Meere und ihre Zyklen.


Und keine Erscheinung ist je ganz gleich. Alles ist immer wieder neu.


Und das nicht biologisch abbaubare Zeug? Also kein weiteres mehr produzieren, sondern das schon existierende immer weiter wiederverwenden und neu gestalten.